Wieder Ärger für Facebook in Europa – und kein Ende in Sicht

Einmal mehr hat es Facebook in die Schlagzeilen geschafft. Nichts wirklich Neues, momentan hat Mark Zuckerberg nicht unbedingt eine Glückssträhne was sein „Baby“ betrifft. Aber wie hat Facebook diesmal den Zorn auf sich gezogen? Du wirst es eventuell nicht wissen, aber Facebook kann dein Browsing-Verhalten auch ohne deine Zustimmung verfolgen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse verkauft das Portal dann gewinnbringend an Werbetreibende. Durch deine persönlichen „Shares“ und „Likes“ wird dein gesamtes Browsing-Verhalten der digitalen Welt offengelegt – so der belgische Privatsphäre-Wachhund „Belgian Privacy Commission (BPC)“.

Hohe Strafen für Facebook

Nicht so toll, das Ganze … Fanden auch die belgischen Richter und haben den Social Media-Giganten zu empfindlichen Strafen verdonnert, solange er dieses Gebaren nicht abschafft. Nachdem Facebook nun nicht gerade zu den armen Schluckern zählt, sind die Strafen ganz ordentlich. Sie könnten ca. 125 Millionen Dollar ausmachen plus 300.000 Dollar für jeden weiteren Tag, den das System online ist. Außerdem muss Facebook alle bisher illegal gesammelten Daten löschen.

Bereits zum zweiten Mal sanktioniert

Nicht schlecht – aber sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen bereits das zweite Mal sanktioniert wird. 2015 reichte die BPC eine Zivilklage gegen Facebook ein. Klagsinhalt war das heimliche Monitoring von NICHT-Usern via Social-Plug-ins, Canvas Fingerprinting („Pixels“) und anderem. Was machte Facebook? Es ignorierte die Klage und BPC ging damit vor Gericht.

Was Facebook zu den Vorwürfen sagt

Wie zu erwarten ist Facebook gar nicht glücklich über die nunmehrige Entscheidung, weil seine Methoden angeblich missinterpretiert worden wären. Das Unternehmen gelobte Besserung und gab eine Erklärung ab:

„Die von uns verwendeten Cookies und Pixel sind Standard-Technologien der Industrie. Sie befähigen Hundertausende Unternehmen dazu, ihr Business auszubauen und Kunden in der ganzen EU zu erreichen. Wir verlangen von jedem Unternehmen, das unsere Technologien nutzt, dies klar an die Endnutzer zu kommunizieren. Wir gestehen den Usern auch das Recht zu, sich von der Datensammlung auf Seiten und Apps abseits von Facebook, die für Werbung verwendet werden, abzumelden.“

Armes, missverstandenes Facebook: Eigentlich tut es Usern & Nicht-Usern nur etwas Gutes

Facebook behauptete außerdem, nichts Illegales oder Undurchsichtiges zu tun. Ganz im Gegenteil, das Unternehmen ging sogar so weit, seine Aktivitäten als vorteilhaft für User und Nicht-User zu bezeichnen, weil diese durch die Technologie in den Genuss von mehr relevanten Inhalten kämen. Nicht-User profitieren als Ergebnis der Protokolle von zielgerichteter Werbung … so Facebook. Diese Einstellung bleibt aber trotzdem suspekt – vor allem im Licht der momentanen gesetzlichen Herausforderungen und der immer größer werdenden Abneigung der Kunden gegenüber Werbung, die sie wie ein Stalker im ganzen Internet verfolgt.

EU-Datenschutz-Grundverordnung bringt Schwung in die Diskussion

Facebook könnte an vielen Fronten in gesetzliche Verfahren verwickelt werden. Nicht zuletzt aufgrund der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung (General Data Protection Regulation – GDPR), welche mit Mai wirksam sein soll. Dieses weitreichende Gesetz gibt dem Schutz der Privatsphäre ganz neue Kraft, indem es ein neues System an Strafen für Datenschutzverletzungen einführt. Diese Strafen haben es wirklich in sich, können sie doch bis zu 4 % des weltweiten Jahresumsatzes eines Unternehmens ausmachen …

Facebook-Usern wird plötzlich ein Licht aufgehen …

Befürworter der Datenschutz-Grundverordnung hoffen, dass die verschärften Bedingungen Unternehmen wie Facebook davon abhalten, die Daten ihrer Kunden weiter zu tracken. Ein Resultat wird sicher sein, dass Usern die Verwendung ihrer Daten durch Facebook vermehrt bewusst gemacht wird. Wahrscheinlich sind sie dann nicht mehr wirklich daran interessiert, Teil des Facebook-Spiel zu sein, das private Userdaten in lukrative Geschäfte verwandelt.

Quo vadis, Facebook?

Der andere Faktor für Facebook in dieser Saga sind seine Werbekunden, die in Hinblick auf den aktuellen Tumult und den GDPR-Start Ende Mai nervös sein könnten. Um sie zu beruhigen und bei Laune zu halten, veranstaltet Facebook Workshops für KMU, seinem Haupt-Umsatzbringer. Eines ist klar: Es wird richtig spannend zu sehen, wie Facebook mit zukünftigen gesetzlichen und regulatorischen Herausforderungen umgehen wird. Wir bleiben jedenfalls dran!

Zusammenfassung
Facebook und der Datenschutz in der EU.
Titel
Facebook und der Datenschutz in der EU.
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Die dabei gewonnenen Erkenntnisse verkauft das Portal dann gewinnbringend an Werbetreibende.
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