Datenanaylist Cambridge Analytica insolvent

Sagt euch Cambridge Analytica noch etwas? Ganz genau, das Datensammlerunternehmen ist im Zuge des heurigen Facebook Datenskandals auf unschöne Weise ins Rampenlicht getreten, da es angeblich Daten von zig Millionen Facebook-Usern abgesaugt und auch für zwielichtige Zwecke verwendet haben soll. Jetzt hat Cambridge Analytica seine Insolvenz bekannt gegeben. Die Ermittlungen laufen aber trotz Firmen-Aus weiter, wie die britische Datenschutzbehörde betont: „Wir werden ebenso jegliche Nachfolgefirmen genau überprüfen, um die Sicherheit der Öffentlichkeit zu garantieren.“ So leicht kann man sich dann eben doch nicht aus der Affäre ziehen …

Cambridge Analytica hat das Aus Anfang Mai bekannt gegeben, da es laut „Wall Street Journal“ unter starkem Kundenschwund litt und die Anwaltskosten im Zuge des Datenskandal-Verfahrens immer weiter stiegen: „Durch die Welle der Medienberichterstattung haben uns praktisch alle unsere Kunden und Zulieferer den Rücken gekehrt,” so das Unternehmen, dessen britische Muttergesellschaft SCL Elections ebenfalls den Betrieb eingestellt hat.

Wahlmanipulation durch Facebook-Daten?

Für die Mitarbeiter von Cambridge Analytica natürlich keine erfreulichen Nachrichten. Allerdings trifft es keinen ganz Unschuldigen, wie die Berichterstattung im Rahmen des Facebook Datenskandals nahelegt: Cambridge Analytica hatte durch die Umfrage-App eines Cambridge-Professors und durch das „Freunde-Prinzip“ von Facebook Zugang zu Millionen von Nutzerdaten. Handelt es sich bereits dabei um kein Kavaliersdelikt, so wurden die Daten angeblich auch missbräuchlich verwendet – noch dazu für politische Zwecke. Cambridge-Manager behaupteten jüngst immer wieder, dass die Daten zur zielgruppenorientierten Wähler-Ansprache im Präsidenten-Wahlkampf von Donald Trump eingesetzt wurden. Das Unternehmen selbst dementiert das und verweist auch auf eine unabhängige Untersuchung, die dies bestätigen soll.

Facebook selbst hat das Ganze zeitverzögert erschüttert: Der Konzern schloss besagte Schnittstelle bereits 2014. Nichtsdestotrotz steckt es momentan in einer gehörigen Krise, da von dem Skandal 84 Millionen User bzw. deren Daten betroffen sein sollen. Cambridge Analytica gab an, Daten von 30 Millionen Nutzern erhalten zu haben.

Bedeutet das Betriebs-Aus wirklich das Ende für Cambridge?

Laut NBC haben sich Cambridge-Analytica-Investorin (und glühende Trump-Verehrerin sowie -Unterstützerin) Rebekah Mercer und diverse Top-Manager des Unternehmens, darunter Technologie-Chef Alexander Tayler, bereits vor dem Skandal in eine andere Firma mit Namen „Emerdate“ gerettet. Diese ist interessanterweise unter der gleichen New Yorker Adresse gemeldet, wie die Cambridge Analytica-Filiale vor Ort. Also einfach nur ein neuer Hut für ein altes Geschäft? Gar nicht unwahrscheinlich, wenn man sich die jüngsten Entwicklungen so ansieht.

Abschließend eine ganz wesentliche Frage zum Nachdenken für uns alle: Cambridge Analytica hat (unter diesem Namen zumindest) seinen Betrieb eingestellt. Aber was passiert mit den Daten der 30 Millionen Facebook-Nutzer, welche das Unternehmen erhalten hat? Wir sind gespannt, ob wir das jemals erfahren werden …

Zusammenfassung
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Facebook Skandal: Datenanaylist Cambridge Analytica insolvent
Beschreibung
Cambridge Analytica hat im Zuge des heurigen Facebook-Datenskandals traurige Berühmtheit erlangt, da es angeblich Daten von Millionen Facebook-Usern abgesaugt und auch für zwielichtige Zwecke verwendet haben soll. Jetzt hat das Datensammel-Unternehmen seine Insolvenz bekannt gegeben.
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