Bundeskriminalamt: erweiterte Gesichtserkennung – Ohrenerkennung inklusive

Was es nicht alles gibt: Ja, richtig gelesen, auch Ohren können bei der Gesichtserkennung unterstützen. Das Bundeskriminalamt (BKA) ist momentan dabei, sein biometrisches System zu prüfen und eventuell von einem 2D- auf ein 3D-System umzusteigen, was eben auch die Ohrenerkennung beinhaltet. Das zentrale Gesichtserkennungssystem (GES) der Behörde ist seit 2008 im Einsatz und erlaubt dem BKA seine Datenbestände zu Identifizierungszwecken zu untersuchen.

Jede achte Abfrage erfolgreich

Diese Möglichkeit erfreut sich steigender Beliebtheit und führt kontinuierlich zu immer mehr Abfragen. So gab es 2017 laut Bundesinnenministerium 26.879 Recherchen (2016: 23.064, 2015: 16.773). Aus gutem Grund: Jede achte Abfrage der Bundespolizei ist erfolgreich. Eine Kleine Anfrage hat ergeben, dass sich die Treffer 2017 im Vergleich zum Vorjahr etwa verdoppelt haben. Ein toller Erfolg und endlich einmal eine sinnvolle Nutzung biometrischer Daten (wir sagen nur: Gesichtserkennung by Facebook …).

Den Polizeibehörden und seit 2009 auch der Bundespolizei stehen bei ihren Fahndungen ca. vier Millionen Lichtbilder aus der zentralen INPOL-Datei zu Verfügung. Diese können eben mit dem biometrischen Gesichtserkennungssystem abgeglichen werden. Die Landesämter für Verfassungsschutz haben darauf allerdings keinen Zugriff. Interessanterweise hat die Bundespolizei mit ihren „1 aus 8“eine weitaus bessere Trefferquote als das BKA mit nur „1 aus 34“, die Gründe hierfür sind aber nicht bekannt.

Zukunftsmusik: automatisch & in Echtzeit statt manuell?

Die Zukunft macht auch vor der polizeilichen Fahndungsarbeit nicht Halt: Momentan wird das System nur manuell bei Personenkontrollen oder Ermittlungen angewandt. Das Pilotprojekt „Sicherheitsbahnhof Berlin Südkreuz“, welches das BKA gemeinsam mit der Bundespolizei und der Deutschen Bahn durchführt, lässt aber auf neue, noch effizientere Methoden hoffen. Im Rahmen des Projektes wird der Einsatz einer automatischen Echtzeit-Abfrage geprüft, die quasi wie ein Alarm funktioniert. Passiert eine gesuchte Person eine solche Kamera, die an das System angebunden ist, meldet sie dies.

Fahndung und Tatortrekonstruktion per Videoaufnahmen

Aber zurück zum „Ohren-Update“: In den letzten Jahren war das BKA beim Projekt „GES-3D“ dabei, welches eben auch die Ohrenerkennung ermöglicht. Die momentane Prüfung deutet also wahrscheinlich darauf hin, dass vielleicht ein Umstieg auf dieses 3D-System geplant ist. Darüber hinaus beschäftigt sich das BKA auch in mehreren Projekten mit der Videoauswertung und möchte eine „Video-Auswertungs-Plattform“ ins Leben rufen, um Personen auch auf Videos identifizieren zu können. Ein ebenfalls spannendes Thema ist die Rekonstruktion von Tatorten mittels Videodateien. Auch hier werden entsprechende Möglichkeiten untersucht bzw. Modelle erstellt. CSI lässt grüßen!

Zusammenfassung
Bundeskriminalamt: erweiterte Gesichtserkennung – Ohrenerkennung inklusive
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Bundeskriminalamt: erweiterte Gesichtserkennung – Ohrenerkennung inklusive
Beschreibung
Das Bundeskriminalamt prüft derzeit sein biometrisches System, um eventuell von einem 2D- auf ein 3D-System umzusteigen, das auch die Ohrenerkennung beinhaltet. Das zentrale Gesichtserkennungssystem der Behörde wird seit 2008 für Identifizierungen genutzt.
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