Illegales Streaming kann richtig teure Folgen haben

Man liest immer wieder von illegalem Streaming und teuren Abmahnungen, insbesondere seit dem neuen EuGH-Urteil von 2017. Geschichten rund um teure Strafen sind aber leider nicht nur Geschichten – sie passieren wirklich. Auch Menschen wie dir und mir. Beispielsweise der Münchnerin Luisa N., wie ein Fokus-Bericht erzählt.

Stell dir mal Folgendes vor: Du sitzt an einem regnerischen Samstagabend mit Bier & Chips vor dem Fernseher und ziehst dir auf einer Streaming-Seite den neuesten Blockbuster rein. Voller Freude, dass du endlich mal Zeit zum Couchsurfen hast. Der Abend ist schon lange wieder in Vergessenheit geraten, da flattert ein Anwaltsbrief in deinen Postkasten: 1.000 Euro Abmahnung wegen illegalem Streamen! So passiert Luisa N., die sich das zuerst überhaupt nicht erklären konnte.

Mal eben schnell einen Film gestreamt – oder doch weit mehr?

Wie das sein kann? Folgendes hat sich abgespielt: Luisa hatte im Herbst 2016 Besuch von ihrer spanischen Freundin Leila. Wie man das unter Freunden eben so macht, übernachtet Leila bei Luisa und macht es sich bei ihr zuhause gemütlich. Und was gehört zu einem gemütlichen Abend dazu? Ganz genau, ein guter Film. Leila schaut sich “The Hateful 8” an, über Popcorn Time – einer ihrer Meinung nach ganz normalen Streaming-Seite. Aber genau das war nicht der Fall: Leila streamt den Film nicht nur, sondern lädt ihn unbeabsichtigt herunter. Und genau das wird ihr bzw. Luisa als Besitzerin des Internetanschlusses zum Verhängnis.

Internetprovider müssen Daten herausgeben

915 Euro soll sie zahlen (700 Euro Schadenersatz und 215 Euro Abmahnkosten) sowie eine Unterlassungserklärung unterschreiben. So der Anwalt, der ihr etwas später eine Abmahnung schickt. Luisa zuckt fast aus, wie sie Focus im Interview erzählt. Das können wir uns gut vorstellen … Zumal die Deutsche immer auf der sicheren Seite streamt und seit Jahren Amazon Prime Video und Netflix nutzt. Du fragst dich jetzt sicher, wie der Anwalt Luisa auf die Schliche kam. Das ist leider gar nicht so schwierig. Der Anwalt klagte die Auskunft des Providers bei Gericht ein und der musste die Daten seiner Internet-Kundin offenlegen, völlig legal, das Ganze.

Unterlassungserklärung unterschrieben, Zahlung heruntergehandelt

Luisa will das aber so nicht auf sich sitzen lassen und setzt sich mit dem Anwalt, der im Namen einer Film GmbH handelte, in Verbindung. Erklärt, dass nicht sie, sondern ihr Gast den Film – unwissentlich – downgeloadet hat. Sie kann sich immerhin nach einigen Diskussionen und auch einem persönlichen Treffen auf 350 Euro einigen, was laut Kanzlei die Schmerzgrenze sei. Es wird ihr auch gestattet, den Betrag in Raten zu begleichen. Zwischenzeitlich hat Luisa die Unterlassungserklärung in einer abgesofteten Form unterschrieben, Leila indessen kämpft noch um eine weitere Reduzierung der zu entrichtenden Summe …

Was macht Popcorn Time illegal?

Der wesentliche Unterschied ist, dass Popcorn Time kein Streaming-Service ist, sondern ein Filesharing-Anbieter. Via Torrent-Technologie schaust du dir einen Film nicht nur an, sondern ladest ihn im Hintergrund auf deinen PC hinunter. Genau das – Filesharing – ist aber verboten und zählt zum illegalen Streaming.

Mehr zum Thema illegales Streaming & Abmahnung findest du hier.

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Illegales Streaming kann richtig teure Folgen haben
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Illegales Streaming kann richtig teure Folgen haben
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Man liest immer wieder von illegalem Streaming und teuren Abmahnungen, insbesondere seit dem EuGH-Urteil von 2017. Geschichten rund um teure Strafen passieren wirklich. Beispielsweise Luisa N., die mit Filesharing via Popcorn Time in die Falle tappte.
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