NordVPN verrechnet lokale MwSt. in der EU? Warum?

Sind nun alle NordVPN Nutzer durch EU Behörden erkennbar?

NordVPN hat vor mehr als einem Monat den Zahlungsanbieter gewechselt. Dabei wurde auch die Möglichkeit über PayPal zu bezahlen eingestellt. Diese Massnahmen sind alle eine koordinierte Folge der Verlegung der Buchhaltung nach Zypern. (Link: NordVPN stellt PayPal Zahlungen ein) Bisher wurden die Verträge über CloudVPN Inc mit Sitz in NewYork verrechnet. Für die Kunden und Nutzer hat sich dabei nur wenig geändert, und NordVPN wird technisch nach wie vor durch die Firma in Panama betrieben.

Viele Nutzer sind dabei etwas entrüstet, weil sie denken, dass NordVPN doch ein Anbieter mit Sitz in Panama sei?

Das ist auch soweit korrekt, denn die technische Umsetzung des gesamten Services wird durch Tefincon in Panama durchgeführt. Allerdings hat man als Firma in Panama nur eingeschränkte Möglichkeiten, was die Verrechnungsformen angeht. Zum Beispiel können Firmen in Panama natürlich keine PayPal Konten eröffnen oder auch keine Sofortüberweisungen akzeptieren. Das Land und die Banken sind einfach auch nicht Teil des S.W.I.F.T./IBAN Netzwerkes.

NordVPN wurde durch CloudVPN Inc. in den USA verrechnet.

Daher hatte NordVPN schon bald über die Firma in den USA diese Zahlungen ermöglicht. Nun hat NordVPN aber sich erneut und an die Zukunft orientiert und eine Tochterfirma in Zypern gegründet. Damit einher geht auch ein Wechsel des Zahlungsdienstleisters.

Mehrwertsteuer Regelungen innerhalb der EU

Innerhalb der EU gelten aber bestimmte Regelungen auch beim Kauf von Waren und Services innerhalb des EU Raumes. Das bedeutet es betrifft vor allem Kunden die auch in der EU diese Services kaufen.  Dabei werden die Mehrwertsteuer durch das Unternehmen erhoben und dem Land zugeführt, welches der Nutzer angegeben hat. Da es sich um keine Wohnadressen zur Zusendung einer Postsendung handelt, können die Angaben der Kunden aber nicht verifiziert werden.

Sobald ein Nutzer daher angibt ausserhalb der EU den Service beziehen zu möchten, braucht er damit auch die anfallende MwSt. nicht bezahlen. NordVPN führt diese dann auch nicht ab.

Hat die Verlegung des Verrechnungsortes auf den Schutz der eigenen Identität Auswirkungen?

Da bisher NordVPN bereits über die USA die Rechnungslegung umsetzte, hat sich auch bei der Verlegung nach Zypern keine wirkliche Veränderung ergeben. Der Service wird weiterhin über Panama technisch erbracht und dort gibt es keinerlei gesetzliche Bestimmungen um Nutzerdaten zu sammeln oder zu überwachen.

Kannst Du nun einen Standort ausserhalb der EU angeben, um die MwSt. einzusparen?

Da NordVPN weder die Daten der Nutzer wie Name/Geburtsdatum oder Anschrift abfragt, kann der Service auch den realen Wohnort der Nutzer nicht erheben. Die aktuelle Regelung sieht vor, dass die Nutzer selbst und freiwillig angeben wo die Mehrwertsteuer abzuführen ist. Hier keine korrekten Angaben zu machen hat sicher nichts mit einer bewussten Täuschung durch den Nutzer zu tun. Daher geben viele Nutzer eben auch einen Standort ausserhalb der EU an und sparen sich selbst damit die MwSt.

19% Mehrwertsteuer wenn man Deutschland angibt

Mehrwertsteuer für Deutschland (NordVPN)
Mehrwertsteuer für Deutschland (NordVPN)

Keine Mehrwertsteuer wenn man ein Land ausserhalb der EU angibt.

Mehrwertsteuer für Russland (NordVPN)
Mehrwertsteuer für Russland (NordVPN)

 

Mein Fazit zu der Mehrwertsteuern bei NordVPN:

Die Regelungen der EU sind bei Produkten die man einfach überall nutzen kann etwas löchrig. Damit können die >Nutzer selbst entscheiden, wo der Ort ist an dem diese den Service von NordVPN geliefert oder verwenden möchten. Diese Angaben haben dann zur Folge, dass die MwSt. an den betreffenden Staat bezahlt wird. Wenn der Nutzer aber ausserhalb der EU angibt, dann ist gar keine MwSt fällig. Da NordVPN selbst keine Nutzerdaten abfragt, können die Angaben der Kunden nicht verifiziert werden. Weshalb es den Kunden gefahrlos erscheint, dass diese eben Standorte selbst gewählt angeben um sich die Steuern zu ersparen. Ich kann es Ihnen nicht verübeln.

Wobei klar ist, dass Steuerneinnahmen wichtig für die Aufgaben des eigenen Staates sind und sollten nicht absichtlich umgangen werden sollten, wie dies zum Beispiel auch Apple, Starbucks und tausende andere Konzerne täglich machen. In diesem Fall wird der Leser sein eigenes Gewissen auf den Prüfstand werfen müssen.



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