Testbericht: Anonine VPN – Service ohne viel Schnickschnack

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Anonine VPN

3.99
8.2

Geschwindigkeit

9.5/10

Privatsphäre

8.6/10

Funktionsumfang

7.2/10

Kundenservice

8.3/10

Benutzerfreundlichkeit

7.4/10

Vorteile

  • Hohes Tempo
  • Öffentliche Server in Schweden verfügbar
  • Nützliche Server-Übersicht auf der Webseite
  • Keine Blockierung durch Netflix
  • Viele sichere Netzwerkprotokolle

Negativ

  • Etwas wenige Server mit Windows und iOS
  • Kaum Zusatzfunktionen
  • Optik und Bedienung in der iOS-App ausbaufähig
  • Keine MacOS-Software

Ein neuer Mitstreiter hat die Arena betreten. Sein Name: Anonine VPN. Naja, so neu ist der VPN-Dienst eigentlich nicht, denn das Unternehmen ist bereits seit mehr als zehn Jahren aktiv. Ursprünglich in Schweden gegründet, liegt der Firmensitz mittlerweile auf den Seychellen. Vor allem möchte Anonine mit hoher Sicherheit beim Surfen und Herunterladen sowie öffentlichen Servern in Schweden punkten. Ob das klappt und ob das Gesamtpaket stimmt, zeigt der Test.

 

Anonine VPN: Sicher und flexibel

Die Auswahl an Servern bei Anonine VPN geht unterm Strich in Ordnung, im Vergleich zu Top-Dienste ist sie aber ausbaufähig: Zum Testzeitpunkt ließen sich gerade mal 57 Server aus 35 Ländern anwählen (Stand: März 2019). Nur wenige Länder verfügen über mehrere Hosts, darunter die USA (9), Großbritannien (3), Deutschland (2) und weitere. Dafür gefällt die Anzahl der verfügbaren Netzwerkprotokolle: Neben dem schnellen und sicheren OpenVPN/Stunnel (UDP und TCP) stehen IPSec IKEv2, L2TP/IPSec und PPTP zur Auswahl. Auch die Sicherheit überzeugt: Schlupflöcher wie IP-, WebRTC-, DNS- und Windows-Leaks gab es nicht, da bleibt die IP-Adresse immer geheim. Wer oft und viel via Peer-to-Peer-Verbindungen (P2P) oder Torrent hoch- und herunterlädt, darf sich freuen, denn Anonine VPN erlaubt Filesharing. Sehr gut: Benutzerdaten werden nicht gesammelt. Ein kleines Manko ist die Gerätebegrenzung auf fünf Verbindungen gleichzeitig, was im Normalfall aber reichen sollte.

Surfshark VPN Details
Unternehmen/Land Seychellen
VPN Server 57 (108 in der Android-App) aktive Server in 35 Ländern (Stand: März 2019)
VPN Protokolle OpenVPN/Stunnel, IPSec IKEv2, L2TP/IPSec, PPTP
Anonymität Keine Speicherung von Benutzerdaten
Filesharing
VoIP
DNS Leak
IP Leak
WebRTC Leak
Windows Logon Leak
Zahlungsarten Kreditkarten, Sofortüberweisung, Überweisung, PayPal, Bitcoin und weitere Crypto-Währungen, sonstige Zahlungsmöglichkeiten
Kundenservice  365 Tage per Ticket und Live-Chat
Sprache 
Software/Apps Eigene Software für   
Manuelle Einrichtung und Anleitungen für   
Nutzung Bis zu fünf Geräte gleichzeitig pro Benutzerkonto
Besonderheiten Service in Englisch, regelmäßig aktualisierte Warrant-Canary-Erklärung, Angaben zu Server-Status, Uptime, und Ladezeit sowie Latenz-Prüfung auf der Webseite, Favoriten-Liste und Kill-Switch (nur in der Windows-App), Video-Streaming (Netflix) mit ausgewiesenen Servern und PPTP- oder L2TP-Protokoll möglich
Testzeitraum 7 Tage Geld-zurück-Garantie
Preise 1 Monat: €9.89
3 Monate: €17.97 (€5.99/Monat)
12 Monate: €47.88 (€3.99/Monat)

 

Anonine VPN: Flott unterwegs

Bei Anonine VPN sollte man sich besser anschnallen, denn hier geht es rasant zu – zumindest in der Kurz- und Mitteldistanz. Lobende Worte gibt es für nahe gelegene VPN-Server: In der Stichprobe fielen besonders die Hosts in Deutschland (Down: 70,7 MBit/s | Up: 42,6 MBit/s), Großbritannien (Down: 40,4 MBit/s | Up: 45,8 MBit/s), Frankreich (Down: 34,7 MBit/s | Up: 26,9 MBit/s) und Schweden (Down: 34,6 MBit/s | Up: 36,67 MBit/s) positiv auf, die Ausgangsgeschwindigkeit ohne VPN lag bei der Messung bei 120,6 MBit/s beim Download und 49,74 MBit/s im Upload.  Auch mit dem gecheckten US-Server reicht die Bandbreite gerade noch für Video-Streaming in 4K-Auflösung (etwa bei Netflix) aus. Unbrauchbar sind hingegen die Hosts aus China, Japan, Brasilien und Australien, die weniger als 5 Prozent der ursprünglichen Datenrate ohne VPN erreichten und nicht mal Streaming in Full-HD-Qualität verzögerungsfrei schaffen.

Speedtest Vergleich Anonine
Verglichen mit dem Tempo ohne VPN knicken Anonine-Server zwar deutlich ein, mit den Geschwindigkeiten nahe gelegener Hosts lässt sich jedoch eine Menge anstellen. (Ermittlung via Speedtest.net)

Anonine VPN: Windows ja, Mac nein

Die schlechte Nachricht zuerst: Mac-Nutzer müssen sich mit der manuellen VPN-Einrichtung begnügen. Dazu gibt es aber zumindest eine gute Anleitung auf der Webseite. Die gute Nachricht: Für Windows steht ein Desktop-Client zur Verfügung, auch wenn der ein bisschen spartanisch wirkt. Dafür funktionieren Installation, Einrichtung und Bedienung anständig. Beim Öffnen der Software werden zunächst alle Server angezeigt, über das Sternchen-Symbol auf der rechten Seite lassen sich Favoriten in einer separaten Liste anlegen. Mit der grünen Taste geht man eine Schnellverbindung ein, zuvor gibt es die Möglichkeit, den gewünschten Server und das bevorzugte Protokoll auszuwählen. Unter dem Reiter Verbindungsprotokoll lassen sich zudem die Aktivitäten nachvollziehen. In den Einstellungen findet man allgemeine Optionen (Verhalten bei Programmstart, Sprache, Port) – und den Kill-Switch, der das Internet kappt, sobald keine VPN-Verbindung mehr besteht. Abgesehen davon sieht es in puncto Funktionen etwas mau aus, für den gewöhnlichen Gebrauch reicht das aber.

Anonine-VPN-Windows
Die Favoritenliste erleichtert die langfristige Nutzung: Hier kommen im Idealfall nur die schnellsten und wichtigsten Server rein.

Anonine VPN: Die iOS-App – schön ist anders

Au weia: Eine App für iOS-Geräte (iPhones und iPads) bietet Anonine VPN zwar an. Hier hapert es allerdings bei der Optik und – damit zusammenhängend – der Bedienung. Nach dem Einloggen begrüßt einen die App mit einer interaktiven, zoombaren Weltkarte, die mit virtuellen Stecknadeln übersät ist, und dem Hinweis, dass die Verbindung nicht sicher sei. Um sich mit einem VPN-Server zu verbinden, tippt man entweder auf den Schalter neben dem Hinweis (Schnellverbindung) oder auf eine der roten Nadeln, um einen bestimmten Server zu wählen. Ist das geschafft, erscheint zunächst die Bestätigung der Verbindung sowie eine grüne Linie zwischen dem tatsächlichen Standort und dem VPN-Standort auf der Karte. Außerdem erscheint der Standort oben links in einer Dropdown-Liste, über das sich andere deutlich komfortabler Server ansteuern lassen.

Anonine-VPN-iOS-1
Nach dem Zoomen (mit zwei Fingern) wird die Karte etwas übersichtlicher.

Die Aufmachung mit der Karte ist an und für sich eine nette Idee und optisch ansprechend, wirklich übersichtlich und gut zu bedienen aber nicht. Ein Dorn im Auge ist zudem die Dropdown-Liste: Hier sind beim Aufklappen die einzelnen Länderflaggen der Server-Standorte abgebildet, die Beschriftung ragt jedoch in die Abbildung hinein – echt nicht schön. Gibt es mehrere verfügbare VPN-Server in einem Land, reicht ein Tipper auf die Flagge und die Auswahlmöglichkeiten erscheinen. Übrigens: Den Kill-Switch und andere Features hat sich Anonine VPN für die Mobil-Apps gespart. Alles in allem geht die iOS-App hinsichtlich der Funktionalität in Ordnung, das Design und die etwas unkomfortable Bedienung sind dagegen ausbaufähig.

Anonine-VPN-iOS-2
Leider ist die Schrift in der Server-Übersicht schlecht zu erkennen. Auch der Rest der App sorgt nicht für Luftsprünge bei Bedienungsfetischisten.

Anonine VPN: Mit Android geht mehr

Im Vergleich zur iOS-App wirkt die Applikation für Android-Mobilgeräte seit dem neusten Update deutlich aufgeräumter: Anders als in der iOS-Version gibt es hier keine Landkarte, stattdessen eine einfache Dropdown-Liste und eine Schaltflächen – viel komfortabler und schicker. Mit einem einfach Tipper auf Connect ohne vorherige Server-Auswahl verbindet man sich mit dem individuell optimalen VPN-Server. Um welchen es sich dabei handelt, lässt sich allerdings nicht ermitteln. Deshalb ist es wohl ratsam, einen nahe gelegenen Host in der Übersicht gezielt anzusteuern. Kurios: In der Android-App haben die Nutzer Zugriff auf fast doppelt so viele Server als im Windows-Client oder der iOS-Anwendung. Ein Manko bei beiden mobilen Applikationen: Das Netzwerkprotokoll lässt sich nicht ändern, hier wird standardmäßig IPSec genutzt.

Anonine-VPN-Android
Update bringt Übersicht: Die neue Version der Android-App schickt die Karte in den Ruhestand, macht die Angelegenheit übersichtlicher und vereinfacht die Bedienung merklich. Hoffentlich dürfen auch bald iOS-Nutzer vom neuen Design profitieren.

Anonine VPN: Ebbe bei den Zusatzfunktionen

Wie zuvor erwähnt, wartet Anonine VPN mit vergleichsweise wenigen Zusatzfunktionen auf. Eine kurze Übersicht inklusive Wegbeschreibung und Erklärung gibt es im Folgenden:

  • Kill-Switch: Unterbricht die Internetverbindung, sobald die VPN-Verbindung unerwartet stoppt. Die Funktion finden Sie unter:
    • Windows: Einstellungen -> Kill Switch
  • Server-Details: Gibt Informationen zu Server-Status, Uptime, Ladezeit und Latenz.
  • Warrant Canary: Mittlerweile bietet Surfshark VPN eine regelmäßig aktualisierte Warrant-Canary-Erklärung. Das sorgt für mehr Transparenz für die Nutzer.
Anonine-VPN-Funktionen-Server-Details
Auch interessant für Gamer: Über die Schaltfläche Ping lässt sich die Latenz des jeweiligen VPN-Servers anzeigen.

Anonine VPN: Streaming mit Netflix geht!

Die Lieblingsserie oder der tolle Film ist nicht bei Netflix Deutschland verfügbar, dafür aber in der US-Variante des Streaming-Services? Kein Problem: Vier dedizierte und ausgewiesene US-Netflix-Server finden sich bei Anonine VPN an. Vor der Verbindung sollte allerdings beachtet werden, dass man zuvor das Netzwerkprotokoll PPTP oder L2TP auswählt. mit OpenVPN klappt der Spaß leider nicht, da erscheint nur die bekannte Fehlermeldung.

Anonine-VPN-Netflix
Netflix US mit Anonine VPN sehen? Das geht!

Anonine VPN: Preislich okay

Richtig günstig ist Anonine VPN angesichts der Server-Auswahl und des Funktionsumfangs nicht, preislich liegt der Dienst verglichen mit der Konkurrenz eher im Mittelfeld. Für das Monatsabo werden handelsübliche 6,99 Euro fällig, drei Monate gibt es für einmalig 17,97 Euro (entspricht 5,99 Euro monatlich). Am preiswerteste Tarifoption erweist sich das 12-Monatsabo für 47,88 Euro (rund 3,99 Euro pro Monat).

Anonine-VPN-Preise
Die Tarifoptionen und Preise von Anonine VPN in der Übersicht.

Mein Fazit zu Anonine VPN

Alles in allem macht Anonine VPN einen guten Eindruck, mit den Top-Diensten kann der Anbieter aber nicht mithalten. Dafür reichen Server-Auswahl, Bedienkomfort und Zusatzfunktionen nicht aus, auch die Preise sind nur durchschnittlich günstig. Wirklich gut zeigen dagegen die erreichten Bandbreiten mit nahe gelegenen VPN-Servern und die hohe Sicherheit.


Erstellt am:04/18/2019

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